Befruchtung außerhalb des Körpers wird bei folgender Diagnose empfohlen:
Bei diesem Verfahren werden der Frau nach vorheriger Stimulation durch vaginale Punktion Eizellen entnommen und außerhalb des Körpers mit den Samenzellen des Mannes zusammengeführt (extracorporale Befruchtung).
Als Indikation für die IVF gelten das Fehlen oder die nicht korrigierbare Funktionsstörung der Eileiter, die Endometriose, PCO und bestimmte Formen der männlichen Subfertilität.
2–5 Tage nach der Eizellentnahme erfolgt die Übertragung der Embryonen in die Gebärmutter oder in den intakten Eileiter (Embryotransfer).
Die Stimulationstherapie kann eine erhebliche Vergrößerung der Eierstöcke und damit Beschwerden verursachen. Ein Überstimulationssyndrom, das stationär behandelt werden muß, tritt jedoch nur gelegentlich auf.
ICSI wird bei hochgradig eingeschränkter Samenqualität bzw. bei Ausbleiben der Befruchtung in einem früheren IVF-Versuch angewandt.
Einzige Voraussetzung der Methode ist das Vorhandensein von einigen beweglichen Spermien im Ejakulat bzw. im Hoden oder Nebenhoden.
Eine einzige Samenzelle wird unter mikroskopischer Sicht mit Hilfe einer dünnen Kanüle direkt in die Eizelle eingebracht. Die Methode führt zu einer Befruchtungsrate von 80-90 % der injizierten Eizellen. Die Erfolgsraten (Schwangerschaftsrate/Behandlung) sind vergleichbar mit der klassischen IVF-Methode.
In bestimmten Fällen befinden sich im Ejakulat keine Spermien. Trotzdem besteht die Möglichkeit, daß im Hoden Samenzellen produziert werden.
MESA bedeutet mikrochirurgische Spermienaspiration, eine operative Gewinnung von Samenflüssigkeit direkt aus dem Hoden (TESA) oder Nebenhoden in Kurznarkose. Die Methode ist in Kombination mit ICSI erfolgreich bei Fehlen oder Verschluß der Samenleiter.
Unter TESE versteht man die testikuläre Spermienextraktion in Vollnarkose.Bei diesem Verfahren werden ein oder mehrere Stücke Hodengewebe entnommen. Nach Aufbereitung dieses Gewebes stehen meist Samenzellen für ICSI zur Verfügung. TESE wird bei hochgradiger Störung der Hodenfunktion angewandt.
Bei MESA und TESE arbeiten Urologe und Reproduktionsmediziner eng zusammen.